1965 prallte der damals 33-jährige Elektromechaniker Jürgen Dulz während eines kombinierten Flach- und Jagdrennens, das in Luhmühlen ausgetragen wurde, gegen einen Baum. Es kam zum folgeschweren Unfall mit Querschnittslähmung. Bis zu seinem Tod 2015 saß Jürgen Dulz im Rollstuhl. Von Reisen nach Dänemark und England brachte er die Idee des therapeutischen Reitens mit.
Gründung des Vereins „Gemeinschaft Therapeutisches Reiten e.V.“
Als Initiator gründete Jürgen Dulz die „Sportgemeinschaft für Körperbehinderte Kinder und Jugendliche.“ In der damaligen Satzung wurde die Aufgabe und der Zweck des Vereins wie folgt beschrieben:
„Förderung der Leibesübung für Körperbehinderte und die Unterstützung bei Heilmaßnahmen, beruflicher Rehabilitation und Erhaltung der Arbeitskraft sowie die Freizeitgestaltung zur Förderung des Lebensmutes und die Kontaktpflege zum Tier durch Therapeutisches Reiten.“
2007 Gestüt Ekholt
Zuerst in Bargteheide ansässig, musste der Verein mitsamt seine Therapiepferden wegen zunehmender Wohnbebauung im Jahr 2007 ein neues Zuhause suchen. Dieses fand sich vor den Toren Elmshorns auf dem Gestüt Ekholt, welches Jürgen Dulz für den Verein erwarb. Dort wurde die Arbeit mit behinderten Kindern und Jugendlichen fortgesetzt.
2010 Gründung Stiftung Therapeutisches Reiten
Um sein Lebenswerk juristische abzusichern, rief er 2010 die gemeinnützige Stiftung Therapeutisches Reiten ins Leben, die das therapeutische Reiten unter Anleitung weiterhin aktiv fördern sollte. Die Stiftung finanzierte sich aus dem Vermögen des Gründers und natürlich aus Spendengeldern. Den Vorstand übernahm Jürgen Dulz selbst. Sein unermüdliches Engagement wurde von allen Seiten gewürdigt – als Auszeichnung wurde ihm 1997 Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
2015 Neuer Vorstand nach Tod des Gründers
Nach dem Tod des Gründers musste sich die Stiftung neu strukturieren. Der Vorstand der Stiftung bestand aus den Finanz- und Wirtschaftsexperten Klaus Stapelfeld, ehm. Geschäftsführer der Raiffeisen-Volksbank, und Carsten Leverenz, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer aus Gemeinnützigkeitsrecht spezialisiert.
2016 Verkauf Gestüt Seeth-Ekholt
Leider war die Stiftung nicht in der Lage, das Gestüt Ekholt zu halten, was schon zu Lebzeiten von Jürgen Dulz deutlich wurde. Die Kosten für die Instandhaltung waren zu hoch. Dem Vorstand steht ein dreiköpfiger Stiftungsrat zu Seite. Dieser berät und überprüft den Vorstand.
–Dieter Stut, ehemaliger Geschäftsführer des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein,
–Franz Peter Bockholdt, Präsident des Landesverbandes der Reit-und Fahrvereine Hamburg sowie
–Klaus Dibbern, Vorsitzender des Kreisreiterbundes Pinneberg, besetzten den Stiftungsrat.
Text in Anlehnung: Bauernblatt, Pferd & Reiter, 11.2.2017 von Nicole Weinhardt
Aus dem Vorstand legte Klaus Stapelfeld 2023 sein Amt nieder. Christopher Bley, Unternehmensberater, übernahm seine Aufgaben.
Aus dem Stiftungsrat verabschiedete sich Klaus Dibbern und Franz Peter Bockholdt. Gewählt wurden Frau Wiebe Wieschendorf, Landesvertretung Schleswig-Holstein des Deutschen Kuratoriums Therapeutischen Reitens und Frau Anja Hillert, Landesverband der Reit- und Fahrvereine Hamburg e.V.